Blasmusikverband Hochschwarzwald e.V.
Blasmusikverband geht neue Wege
- Artikel vom:
- 19.02.2010
- Quelle:
- Südkurier
- Rubrik:
- Blasmusikverband
- Kategorie:
- Südkurier
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Blasmusikverband geht neue Wege
Eine Qualitätsoffensive startet jetzt der Blasmusikverband Hochschwarzwald und möchte mit weiteren Workshops für seine 2318 Musiker die Ausbildung vertiefen. Neben der Schulung an Schlaginstrumenten steht dabei die moderne Probenarbeit im Vordergrund, die Spaß an der Musik und am Erlernen eines Instruments vermitteln soll.
Hochschwarzwald – „Der Blasmusikverein lebt“, unterstrich Präsident Markus Kleiser mit Blick auf die 35 Kapellen unter dem Dach des Verbands. Für die beiden neuen Workshops wurden zwei Experten gewonnen, zum einen der Lehrfeldwebel beim Ausbildungskorps der Bundeswehr Jörg Lesch und zum anderen der Musikpädagoge und Buchautor Michael Stecher. Am 12. und 13. Juni wird es den Workshop für „Kleine Trommel und Pauke“ geben, als Ausrichter wird die Trachtenkapelle Rothaus fungieren. Verbandsdirigent Götz Ertle erklärte, wie vielfältig das Schlagwerk sei und weit mehr als nur die Trommel beinhaltet. „Das vollwertige Instrument erfreut sich gerade bei der Jugend großer Beliebtheit, erfordert aber ein hohes Maß an Konzentration und Können; es ist besonders für sensible Musiker geeignet“, so Ertle. Diesem zweitägigen Drum-Workshop folgt am 16. Oktober ein Workshop mit Michael Stecher. Der Buchautor und Musikpädagoge wird Anregungen für die moderne und anspruchsvolle Probenarbeit aufzeigen. Die Qualität der Ausbildung sei für die Grundlagenausbildung unumgänglich. Seit Jahren beschäftigt sich Stecher mit der Lernpsychologie. Eine große Herausforderung sei es, das Interesse, die Konzentration und die Nachhaltigkeit zu vermitteln. Seine Literatur gilt auch als Grundlage für das anspruchsvolle goldene Leistungsabzeichen.
Eine Lanze brach das Präsidium des Blasmusikverbands Hochschwarzwald für die Jugend. Heute könnte jeder Jugendliche seine Freizeit alleine am Computer, Fernseher oder ähnlichem verbringen ohne selbst aktiv zu sein. Wenn sich dann die Jugendlichen für die Musik entscheiden, sei dies besonders hervorzuheben, zumal das Freizeitangebot außerdem sehr groß sei.
„Der Weg der Musikerlaufbahn ist heute schwieriger als früher“, erklärte Ertle. Umso erfreulicher sei, dass der Nachwuchs sich nicht nur der Ausbildung, sondern auch den Leistungsabzeichen stelle. Im vergangenen Jahr konnte Sandra Haage, die Vorsitzende der Bläserjugend, 168 Leistungsabzeichen in Bronze und 54 in Silber abnehmen, drei Jugendliche hatte sogar in Staufen das goldene Leistungsabzeichen absolviert. Hie sei man sehr zufrieden, denn der Ansporn sei bei den Kindern sehr groß, was auch durch die Vereine unterstützt werde. Eine weitere Herausforderung bietet im Oktober das Jugendwertungsspiel im Bereich Solo, Ensemble, Bläsergruppen und Jugendorchester.
Erfreulich ist der Aufwärtstrend der Musikerinnen in den Orchestern, endete doch früher für viele Musikerinnen ihre aktive Laufbahn mit der Gründung einer Familie oder als Mutter. „Dies hat sich glücklicherweise geändert“, so Kleiser. Der Wiedereinstieg nach der Kinderpause ist schon fast obligatorisch und so sind heute etwa 50 Prozent der aktiven Musiker in den 35 Kapellen Damen. „Diese Musikerinnen sind eine Bereicherung“, erklärt Ertle, „da sie viel Erfahrung mitbringen und sich auch in Schlüsselpositionen im Verein engagieren. “ Seit etwa 20 Jahren hat sich dieser Trend entwickelt, erklärt Präsident Kleiser. „Die Musikerinnen bilden eine wichtige Basis für die Orchestergestaltung, denn die Fluktuation bei den Jugendlichen sei sehr groß. Ausbildung und Studium führen die Jugendlichen oft weg vom Elternhaus und damit auch aus den Musikvereinen“, so Kleiser.
Gesucht werden im Verband Dirigenten. Deshalb hat man seit vergangenem Jahr einen Schnupperworkshop laufen, der am 27. Februar in Göschweiler endet. Musikdirektor Siegfried Moll hat den derzeit zwölf interessierten Musikern den Anreiz vermittelt, die Dirigentenlaufbahn einzuschlagen.
Zum Blasmusikverband gehört auch das Seniorenblasorchester, dies wird sich am 31. Oktober bei einem Seniorennachmittag präsentieren. „Wie wichtig das Musizieren auch im fortgeschrittenen Alter sein kann, belegen eindeutig Studien, welche sowohl die körperliche, seelische und geistige positive Entwicklung aufzeigen“, sagte Ertle.
Beim Landesmusikfest im Mai in Metzingen wird die Stadtmusik Neustadt mit dabei sein, vielleicht noch eine weitere Kapelle des Hochschwarzwalds.
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